Privatkredit

Unter dem Oberbegriff Privatkredit verbergen sich verschiedene Darlehen, die allesamt privaten Zwecken dienen. In seltenen Fällen versteht sich ein Privatkredit als ein Darlehen von einer Privatperson an eine andere. In der Regel jedoch handelt es sich um Bankkredite.

Privatkredite können als klassisches Ratendarlehen ebenso konzipiert sein wie als revolvierender Kreditrahmen. Ein bestimmter Verwendungszweck ist bei beiden Varianten nicht vorgesehen. Erfolgt die Rückzahlung in gleich hohen monatlichen Raten, steht der Zinssatz für die gesamte Laufzeit fest. Bei Rahmenkrediten, die flexibel getilgt werden, kann sich der Zinssatz hingegen ändern.

Rahmenkredite immer beliebter

Immer häufiger werden unter der Bezeichnung Privatkredit Rahmenkredite angeboten. Dabei handelt es sich um Kreditrahmen, die dem Darlehensnehmer auf einem eigens eingerichteten Darlehenskonto zur Verfügung gestellt werden. Die Kreditrahmen belaufen sich meist auf Beträge zwischen 2.500 und 25.000 Euro.

Der Kreditnehmer kann über den Kreditrahmen zu jedem beliebigen Zeitpunkt und in beliebigem Umfang verfügen. Dies kann je nach Angebot entweder per Überweisung des gewünschten Betrages vom Kreditkonto aufs Girokonto der Hausbank oder auch per Kartenzahlung im Handel über Barverfügung erfolgen, wenn der Privatkredit eine entsprechende Kartenausstattung vorsieht.

Die Rückzahlung eines Rahmenkredites erfolgt ebenso flexibel wie die Inanspruchnahme: Banken schreiben in der Regel lediglich einen bestimmten Prozentsatz des offenen Saldos vor, der monatlich getilgt werden muss. Meist müssen nicht mehr als zwei Prozent des valutierenden Kreditbetrages monatlich getilgt werden. Werden 5.000 Euro des Kreditrahmens genutzt, müssen also jeden Monat nur 100 Euro gezahlt werden. Einige Angebote verzichten sogar auf eine planmäßige Tilgung und schreiben nur die Zahlung der angefallenen Zinsen vor.

Zinsen fallen wie beim Dispositionskredit bei der Hausbank nur für tatsächlich in Anspruch genommene Beträge an. Die Sollzinse werden einmal monatlich dem Darlehenskonto belastet. Kreditnehmer können ihren Privatkredit auch jederzeit ganz zurückzahlen oder größere Zahlungen als die Mindestrate leisten. Dann reduziert sich der offene Kreditbetrag – getilgte Teile des Privatkredites stehen sofort wieder als Kreditrahmen zur Verfügung.

Privatkredit kann als Ergänzung dienen

Privatkredite, die als revolvierende Kreditrahmen konzipiert sind, werden sehr häufig als Alternative bzw. als Ergänzung zum Dispositionskredit bei der Hausbank genutzt. Die Zinsen sind in der Regel sehr viel niedriger und die Flexibilität ist um einiges größer als bei einem klassischen Ratenkredit.

Privatkredite dieser Art können auch dann abgeschlossen werden, wenn gar kein Kapitalbedarf besteht. Die Einrichtung des Kreditrahmens ist kostenfrei – es ist also problemlos möglich, den Privatkredit als finanzielle Reserve zu nutzen. Diese Option ist für praktisch alle Verbraucher interessant –der Kreditrahmen kann zur günstigen Überbrückung vorübergehender Engpässe ebenso dienen wie zur Finanzierung von Renovierungsarbeiten an Haus oder Wohnung, sofern diese nicht durch staatlich vergünstigte Darlehensprogramme abgedeckt werden können.

Ein zweiter Kreditrahmen neben dem Dispositionskredit der Hausbank erfordert allerdings auch etwas Disziplin. Je mehr Darlehenskonten parallel nebeneinander bestehen, desto größer ist das Risiko, den Überblick über die privaten Finanzen zu verlieren. Darüber hinaus sollte die zusätzliche finanzielle Flexibilität durch den Privatkredit nicht dazu verleiten, über die finanziellen Verhältnisse zu leben.