Studentenkredit

Studenten litten schon immer unter chronischem Geldmangel. In den letzten Jahren aber hat sich die Situation vieler Studierender drastisch verschärft. Die Einführung von Studiengebühren und der um einigese Anstieg der Lebenshaltungskosten haben die Finanzierung der Hochschulausbildung für viele unmöglich gemacht.

Studentenkredite sind deshalb immer gefragter, wenn es darum geht, das Studium zu finanzieren. Noch bis vor wenigen Jahren war Studenten der Zugang zu Krediten weitestgehend verwehrt: Banken weigerten sich aufgrund der fehlenden regelmäßigen Einkünfte kategorisch, Studierenden ein Darlehen zu gewähren.

Die Situation veränderte sich um einiges, als die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau im Jahr 2006 erstmals ihren Studentenkredit anbot. Das Programm der KfW sieht monatliche Auszahlung von bis zu 650 Euro für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren (im Einzelfall auch länger) vor. Die Rückzahlung kann über einen sehr langen Zeitraum gestreckt werden, so dass niedrige monatliche Raten möglich sind.

Kredit für Studenten: KfW günstigster Anbieter

Die KfW finanziert mit dem Kredit die Deckung des Lebensunterhaltes während des Studiums. Der Studentenkredit sieht ausschließlich monatliche Auszahlungen vor – eine Einmalzahlung ist nicht möglich. Die Auszahlungsphase läuft so lange, wie der Kreditnehmer an der Universität eingeschrieben ist und die erforderlichen Leistungsnachweise erbringen kann.

An die Auszahlungsphase des Studentenkredits schließt sich zunächst eine Karenzphase von bis zu 23 Monaten an. Während dieser müssen ausschließlich die anfallenden Zinsen entrichtet werden.

Die KfW stellt die Zinsen des Studienkredits von Anfang an monatlich in Rechnung. Während der Auszahlungsphase werden sie mit den monatlichen Auszahlungen verrechnet – die Nettozuflüsse des Kreditnehmers verringern sich also in jedem Monat geringfügig. Die Zinssätze der KfW sind außerordentlich niedrig – sie liegen um einiges unter denen gewöhnlicher Ratenkredite. Zu verdanken ist dies der staatlichen Förderung aus Mitteln des Bundeshaushaltes und der Haftung des Bundes für die Kredite.

Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten und kann auf Wunsch über bis zu 25 Jahre gestreckt werden. Dadurch ist es trotz des Studentenkredites möglich, andere finanzielle Vorhaben, wie etwa eine Eigenheimfinanzierung, ohne allzu großen Zeitverlust umzusetzen.

Die KfW vergibt den Kredit für Studenten zwar selbst – Anträge müssen allerdings bei Banken und Sparkassen gestellt werden.

Auch Privatbanken sind Studierenden gegenüber nicht mehr abgeneigt

Seit der Einführung des Studienkredits durch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau im Jahr 2006 haben auch private Banken das Geschäftsfeld Studentenkredit für sich entdeckt. Viele Institute bieten Modelle an, die dem der KfW ähnlich sind. Die Konditionen sind allerdings ausnahmslos um einiges schlechter, weil die staatliche Förderung entfällt und der Bund nicht für die Forderungen gegen die Studenten haftet.

Unabhängig von den Studienkrediten finden sich inzwischen auch einige Banken, die Studenten auch Zugang zu klassischen Ratenkrediten gewähren. Möglich ist die Kreditaufnahme allerdings nur, wenn ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von mindestens 1.000 Euro erzielt wird, was mit den meisten Nebentätigkeiten als Werkstudent nicht zu bewältigen ist.

Studenten sollten berücksichtigen, dass ein Studentenkredit so wie jedes andere Darlehen auch eines Tages zurückbezahlt werden muss. Sammeln sich schon während der Studienzeit Verbindlichkeiten in größerem Umfang an, kann dies eine große Bürde für die spätere Finanz- und Vermögensplanung darstellen.